VfB
Der VfB ist keine Firma und wird doch so geführt: Nicht nur im Vorstand sind mit Präsident Erwin Staudt und Ulrich Ruf statt Sportexperten Kaufleute am Werk, auch im Aufsichtsrat sitzen keine Fußball- sondern reine Wirtschaftsexperten. Mit von der Partie sind ein Arbeitgeberpräsident (Dieter Hundt), ein Geschäftsführer von Mercedes Benz Cars (Joachim Schmidt), der Vorsitzende der Garmo AG (Eduardo Garcia), der Sprecher der Geschäftsführung der EnBW Vertriebs- und Servicegesellschaft (Ralf Klöpfer), der ehemalige Marketing-Chef von Porsche (Gerd E. Mäuser) und ein Mitglied des Vorstandes der LBBW (Rudolf Zipf).

Die besten Trainer rausgeschmissen

Wohin das führt? Dem Vorstand fällt nicht mehr ein, als Trainer rauszuwerfen, wenn es mal nicht so läuft, wie die Herren es sich vorstellen. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich der Verein von achtzehn Trainern getrennt. Den vorletzten, besonders traurigen Rauswurf kommentierte Erwin Staudt am 13. Oktober 2010 mit Worten, mit denen er sonst die Wirtschaftswelt begeistert: Werden Zielvereinbarungen nicht erreicht, müssen Konsequenzen gezogen werden. Nur so bleibt der Standort im Staudt’schen Sinne positiv besetzt.

Die besten Spieler verkauft

Für den positiven Standort verkauft man auch die besten Spieler und baut Stuttgart 21. Hauptsache man kann am Ende Millionen kassieren. Fragt sich warum Erwin immer noch so dringend und wundersam schnell auf der bis heute nicht komplett planfestgestellten, geschweige denn sicher finanzierten Neubaustrecke nach München fahren will: Punkte warten da sicher keine auf ihn.

Unsoziale Strukturen

Auch Dieter Hundt hört nicht auf Stuttgart 21 schön zu reden, damit sich die Region Stuttgart und Baden-Württemberg so schön positiv weiterentwickeln wie in den vergangenen Jahren. „Wenn Baden-Württemberg weiterhin zu den wirtschaftsstärksten Zentren zählen will, ist eine belastbare und zukunftsfähige Infrastruktur unerlässlich. Dazu gehört auch das Schienennetz”, meinte der Arbeitgeberpräsident Anfang 2010 in der Stuttgarter Zeitung. Und dazu gehören auch - wie der Teilabriss des denkmalgeschützten Stuttgarter Hauptbahnhofs gezeigt hat - Lohndumping, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Was man dagegen tun kann? Mitglied werden und sich aktiv für einen neuen Vorstand einsetzen, der sich nicht tagein tagaus für unsoziale Strukturen stark macht, sondern für den Erfolg des VfB in der ersten Bundesliga.